Craniosacraltherapie Renate Baschung

Craniosacral Therapie nach der Geburt beim Baby

In diesem Artikel geht es um die Geburt eines Kindes, was das für den Körper des Säuglings bedeutet und wie wir ihn unterstützen können in seinem gesunden Wachstum.

Wenn ein Kind geboren wird, dann freuen wir uns. Wir feiern das Leben, sind berührt von der Geburt eines neuen Lebens, überwältigt von der Liebe zu diesem neuen kleinen Menschen, beschenkt und dankbar.

Wie ist das für das Kind? Nun in erster Linie ist jede Geburt anders und so ist es auch für das Kind jede Geburt eine einzigartige Erfahrung. In diesem Artikel möchte ich darauf eingehen, was das Kind erlebt und wie wir ihm körperlich und emotional den Übergang leichter machen können.

Vor der Geburt


Das Kind wächst in der Gebärmutter heran. Wenn es der Mutter gut geht, dann ist dieser Zustand paradiesisch. Er ist begleitet von den Geräuschen der Eingeweide und des Blutes der Mutter, ihrer gedämpften Stimme und derjenigen, mit denen sie sich umgibt. Wenn die Mutter sich freut, wenn sie sich sicher fühlt, gibt es nichts, das die die Freude des Kindes trüben könnte. Es kennt keine Schmerzen, anfangs auch keinen Druck und die Wahrnehmung ist, da das Baby unter Wasser ist, von dem Frieden begleitet, den wir kennen, wenn wir uns genau richtig fühlen, dort wo wir sind.

Wenn die Schwangerschaft fortschreitet, dann wird es enger in der Gebärmutter und am Ende kann sich das Kind kaum noch bewegen. Es liegt einseitig, meist mit der Wirbelsäule links im Mutterleib. Dem Kind geht es gut dabei. Für den Körper des Kindes ist es ein Kompromiss, denn die ursprüngliche Symmetrie wird dadurch verschoben, dass das Gewebe in dieser Lage an Grenzen stösst und der Druck nicht von beiden Seiten gleich ist.

Wir müssen uns hier vorstellen, dass es Quermembranen im Körper gibt. Eine diese quer liegenden Membranen ist das Zwerchfell, ein anderes das Fussgewölbe. Insgesamt gibt es sieben dieser quer liegenden Gewölbe um Körper. Ähnlich wie bei einem Mobile sind sie alle miteinander verbunden. Zieht man eines auf eine Seite, folgen alle anderen Gewölbe. Diese Quermembranen haben Einfluss auf fast alle Körperfunktionen, wie die inneren Organe, die Hormone und auch die Symmetrie der Wirbelsäule. Wenn ein Kind zum Beispiel sehr viel spuckt, dann liegt das häufig daran, dass es einen Zug von der rechten Schulter oder der Halswirbelsäule über die Speiseröhre bis in den Magen gibt, und deshalb der Ösophagus-Sphinkter, also der Verschluss der Speiseröhre nicht so gut halten kann.

Der Knochenbau folgt dem Bindegewebe. Das bedeutet, wenn ich lange Zeit einseitigen Druck oder Zug ausübe, wird sich das mit den Jahren in einer Asymmetrie des Knochensystems auswirken. Was also daraus entstehen kann, sind Skoliosen, unterschiedlich Beinlängen, Kiefergelenks-Asymetrien und Schwierigkeiten mit all den Schmerzen, die daraus im Laufe der Jahre folgen. Wenn Du merkst, Dein Kind dreht den Kopf hauptsächlich auf eine Seite, oder entwickelt eine asymmetrische Kopfform, ist das ein deutlicher Hinweis, dass es Unterstützung benötigt.

Während der Geburt

Doch damit nicht genug, denn irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, wo das Kind die Geburt auslöst. Das passiert, wenn es fertig ist und es ist anzuraten, diesen Zeitpunkt abzuwarten, selbst wenn ein Kaiserschnitt unumgänglich ist. Warum? Weil das Kind zu diesem Zeitpunkt alle Ressourcen entwickelt hat, um sich fortan ausserhalb der Gebärmutter weiterzuentwickeln. Man befreit einen Schmetterling auch nicht vor seiner Zeit aus seinem Kokon, er stirbt. Das Baby stirbt glücklicherweise nicht, doch es ist erwiesen, dass es viel weniger anfällig für Infektionskrankheiten ist, wenn man ihm diese Zeit lässt. Auch der plötzliche Kindstod wird hiermit in Zusammenhang gebracht. Sollte es für die Sicherheit von Mutter oder Kind unvermeidbar sein, das Kind frühzeitig zu holen, dann kann man mit einer möglichst frühzeitigen Behandlung das Kind in seiner Entwicklung unterstützen.

Dann kommt die Geburt. Wir sehen bei der Geburt meistens die Schmerzen und Mühen der Mutter und diese sind real. Ich habe selbst zwei Kinder bekommen, es handelt sich um einen Ausnahmezustand, und selbstverständlich braucht auch die Mutter alle Unterstützung die Möglich ist.

Hier geht es um das Kind, weil viele gar nicht wissen, was eine Geburt für das Kind bedeutet. Das Kind liegt in der Gebärmutter, es ist eng, aber alles ist gut. Es ist sicher und Sicherheit ist das absolut wichtigste Bedürfnis eines Säuglings. Dann kommt die Geburt. Es ist ja sowieso schon eng, doch jetzt kommt der Druck der Wehen dazu. Es drückt das Baby raus. Es muss sich dazu aktiv bewegen, sonst bleibt es stecken. Das Baby hat noch keine Vorstellung davon, was es erwartet und folgt deshalb den Impulsen. Wenn der Kopf durch das Becken geht, muss es den Kopf überstrecken, was einen Druck, und zwar asymmetrisch, auf die oberen Halswirbel auslöst. Diese haben deshalb nach der Geburt auch häufig eine leichte Verschiebung, was dazu führen kann, dass das Kind den Kopf ungern auf eine Seite dreht und nur die andere Seite verwendet. Im Extremfall führt es zu einem Schiefhals.
Der Druck, den das Kind vorne an der Nasenwurzel auf das Schambein bekommt, führt häufig  und es kommt zu einer leichten Verschiebung des Siebbeins. Dann hat das Kind später Mühe mit dem Atmen, weil der Weg der Luft durch die Nase nicht frei ist. Und es hat dann auch Mühe mit dem Trinken an der Brust, weil es eben dabei zu wenig Luft bekommt.
Im Laufe der Geburt ist der Druck auf den Schädel (erinnert Euch, ungefähr 80 Kilo auf das kleine Köpfchen) auch nicht symmetrisch, was häufig zu einer leichten Verschiebung der Schädelknochen führt, was sich dann in einer Asymmetrie des Gesichtes zeigt und auch Einfluss auf die Entwicklung der Gehirnstrukturen hat.
Eine weitere leichte Verschiebung kann sich im Foramen Ovale, das ist ein kleines Loch hinter dem Ohr zeigen. Wenn hier die Knochen leicht verschoben sind und das Loch zu klein ist, dann drückt es auf zwei entscheidende Nerven, nämlich den N. Accessorius, der die Spannung in der Schultermuskulatur regelt und den N. Vagus der das Baby beruhigt und seinen Herzschlag, seine Atmung und auch seine Verdauung reguliert. Wenn es hier zu eng ist, zeigt es sich zuerst in Verdauungsstörungen.

Asymmetrien sind reversibel

All diese Asymmetrien sind reversibel, wenn man sie möglichst früh behandelt. Da die Strukturen beim Säugling noch so weich und flexibel sind, kann man mit ganz sanften Impulsen die ursprüngliche Symmetrie wieder herstellen. Babys sind Wunder, vieles regelt sich von alleine, sie machen einen unglaublichen Job. Und gleichzeitig hat man zu allen Zeiten verstanden, dass es ihnen und der Familie hilft, wenn man sie darin unterstützt.

Sprichwort: "Wenn ein Mensch auf die Welt kommt, dann ist es für das Umfeld leicht und für diesen Menschen schwer. Wenn ein Mensch stirbt, dann ist es für diesen Menschen leicht und für sein Umfeld schwer."

Nach der Geburt

Das Baby ist auf der Welt, alle sind erleichtert und glücklich und das wäre der Moment, um sich und dem Baby viel Zeit zu lassen. Wenn es möglich ist, warten Sie mit dem Abschneiden der Nabelschnur bis sie fertig pulsiert hat, so erhält das Baby bis zum Schluss alle wichtigen Nährstoffe und auch Sauerstoff, was es seinem Stoffwechsel und Immunsystem sehr erleichtert. Dieser Moment gehört Mutter und Kind, er ist wichtig für die Bindung. Lassen Sie das Baby zu sich kommen und schauen Sie es an. Erwidern Sie seinen Blick und geben Sie sich hier einen Moment Zeit. Erst danach, wenn das Baby spürt, es ist sicher und die Mami ist noch da, präsent, auch dieser neuen Welt, legen Sie das Kind an die Brust an.

Nach der Geburt muss der Säugling lernen zu trinken, die Atmung muss sich einstellen, die Verdauung sich anpassen und die Leber muss das Bilirubin abbauen. Eine erstaunliche Leistung und auch hier kann man das Baby unterstützen, wenn es Schwierigkeiten mit diesen Leistungen hat.

Man kann eine Geburt auch mit Craniosacral Therapie unterstützen direkt vor Ort. Wenn Du daran Interesse hast, oder andere Fragen, melde Dich bei mir. Ich freue mich auch über Kommentare hier unter dem Artikel.

In einem späteren Artikel werde ich über die emotionale Wahrnehmung des Säuglings reden.

Wenn Du ein Beispiel sehen willst, wie so eine Behandlung abläuft, schaue Dir das folgende Video an:

Author image
Brugg Switzerland Webseite
Meine Leidenschaft ist Gesundheit, deshalb wurde ich Physioterapeutin, später Komplementärtherapeutin mit Schwerpunkt Craniosacral Therapie. Ganzheitliche Gesundheit von Körper, Seele und Geist.
Du hast Dich erfolgreich angemeldet bei Craniosacraltherapie Renate Baschung
Super! Als Nächstes schließe Sie den Checkout ab, um vollen Zugang zu Craniosacraltherapie Renate Baschung
Willkommen zurück! Du hast Dich erfolgreich eingeloggt.
Du kannst nicht angemeldet werden. Bitte versuche es noch einmal.
Erfolg! Dein Konto ist vollständig aktiviert, Du hast jetzt Zugang zu allen Inhalten.
Fehler! Stripe Checkout fehlgeschlagen.
Erfolg! Deine Rechnungsinformationen wurden aktualisiert.
Fehler! Rechnungsinformationen konnten nicht aktualisiert werden.